Lupo, der Wolf, bewegt wieder deutschen Boden unter den Pfoten. Sehr zur Freude von Artenschützern streunen mittlerweile etwa 50 Isegrims durch Wald und Heide. Dagegen erheben Gegner der Einwanderungswelle ihre mahnende Stimme: das Nebeneinander von Mensch und Wolf wird nicht konfliktfrei ablaufen. Wer mal einer Wildschwein-Rotte in den Weg trat oder einem kapitalen Hirsch in der Brunft begegnete, wird den gewaltigen Adralinschub nicht so schnell vergessen. Ein Aufeinandertreffen mit dem Raubtier Wolf dürfte noch ganz andere Körperarien auslösen. Sicher ist genannte Konstellation für den Wald- und Wiesenfreund eine seltene Gefahr - doch möglich ist es schon.

Wenn zwei Wölfe bei Vollmund heulen, mutiert der Angsthase zum Werwolf, so die Fabel. Er sendet Signale und erinnert an die qualvollen Ängste unsere Ahnen. Sie schlugen Isegrim einst ans Kreuz der Inquisition, nachdem die Unschuldsvermutung von der Beweislage widerlegt worden war. Es reichte allein schon der Hinweis auf Rotkäppchen und den bösen Wolf. Fraß er nicht erst die Großmutter und anschließend Kreide? In der miesen Absicht, auch noch der Enkeltochter an die Innereien zu gehen.

Szenenwechsel. Westlich von Braunlage ist ... nein, keine Schutzhütte gegen Wolfsangriffe gebaut worden, wie mir jemand am 1.April stecken wollte... sondern ein Mythenweg entstanden. Mythen sind in der Kategorie Sagen und Märchen verankert und gehören zum Kulturgut der Menschen. An zwei Stationen des Mythenweges steht die Beziehung Mensch-Wolf im Brennpunkt. Wer ist eigentlich der Gefährlichere? Auf Tafeln wird anschaulich informiert, wie sich das bewegte Verhältnis zwischen Wolf und Mensch entwickelt hat. Am Ende steht die Frage: verbindet uns mit dem Raubtier etwa mehr, als wir ahnen? Diese Sagenwelt ist auch der rote Faden meines Videos über den Mythenweg.c/Juni 2015

Nun zur Realität 2026. Da natürliche Feinde fehlen, wächst die Wolfspopulation stetig an. Die Folge sind leider ständig zunehmende Übergriffe auf Nutztiere. Für den Schafe-Herdenschutz und an Entschädigungen investierte das Land Niedersachsen 2024 rund 6,4 Millionen Euro. Da 2025 allein nur die bestätigten Wolfsangriffe auf über 300 zunahmen und dabei ca. 700 Nutztiere getötet wurden, erhöhte das Land den Betrag auf 8 Millionen !!

Auch beim ausgewilderten Luchs scheinen Schafe neuerdings auf der Speisekarte zu stehen. Im Landkreis Mansfeld riß Anfang 2026 ein Luchs gleich 27 davon... Immerhin springen Luchse bis 3 Meter hoch, sie sind also durch die bestehenden Schutzzäune wohl nur schwer aufzuhalten.

Dies alles dürfte zu noch härteren Debatten zwischen Befürwortern und Gegnern der Auswilderungen oder Regulierung durch Abschuss führen ...

ISEGRIM - ein gefährlicher Einwanderer?
HD_Video -
"Der Wolfsbrunnen"
Lfzt. 3:42 Min
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